Aussiedoodle im Rasseporträt: Charakter, Größe, Auslastung & Gesundheit
Der Aussiedoodle – eine Kreuzung aus dem hochintelligenten Australian Shepherd und dem Pudel (Standard, Klein oder Toy) – gehört zu den sportlichsten und anspruchsvollsten Hybridhunden (Designerhunden). Mit seinem aufgeweckten Blick, der enormen Lernbereitschaft und dem oft lockigen, mehrfarbigen Fell zieht er vor allem aktive Hundesportler, Landbesitzer und ambitionierte Halter in seinen Bann. Doch der Aussiedoodle ist kein einfacher Begleithund für nebenbei, sondern ein echtes Arbeitsgenie mit viel Energie. Erfahren Sie hier alles über Herkunft, Charakter, Auslastung und Gesundheit.

Der Aussiedoodle im kurzen Steckbrief
- Ursprung: USA / Australien (verstärkt gezüchtet ab den 1990er/2000er Jahren)
- Elternrassen: Australian Shepherd x Pudel (Standard, Klein oder Zwerg)
- Größe (Schulterhöhe): ca. 30 bis 60 cm (je nach eingekreuzter Pudelgröße)
- Gewicht: ca. 11 bis 32 kg
- Fellfarben: Sehr vielfältig – Blue Merle, Red Merle, Black Tri, Red Tri, Solid (Schwarz, Braun, Apricot)
- Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre
- Charakter: Arbeitssam, extrem intelligent, loyal, bewegungsfreudig, wachsam
- Eignung: Aktive Hundesportler, erfahrene Halter, Menschen mit viel Zeit und Platz
Geschichte: Das Kraftpaket aus Aussie und Pudel
Die gezielte Verpaarung des Australian Shepherds – einem weltberühmten Hüte- und Farmhund – mit dem intelligenten, leicht trainierbaren Pudel entstand aus dem Wunsch heraus, einen extrem vielseitigen, kooperativen und weniger haarenden Arbeitshund zu schaffen. Züchter wollten die legendäre Arbeitsmoral („Will to Work“) des Aussies mit der Anpassungsfähigkeit und dem hypoallergenen Fell des Pudels vereinen. Obwohl Verbände wie die FCI oder der VDH den Aussiedoodle nicht als offizielle Rasse anerkennen, hat er sich als hochgeschätzter Sport- und Familienhund etabliert.
Aussehen, Größenklassen und Merle-Fell
Da sowohl der Australian Shepherd als auch der Pudel in verschiedenen Größen existieren, gibt es den Aussiedoodle in drei Hauptvarianten: Toy-Aussiedoodle, Mini-Aussiedoodle und Standard-Aussiedoodle. Die Schulterhöhe reicht dementsprechend von kompakten 30 cm bis zu stattlichen 60 cm.
Auffällige Fellfarben: Durch das Aussie-Erbe zeigt sich oft die beliebte, marmorierte „Merle“-Zeichnung (Blue Merle oder Red Merle), oft kombiniert mit blauen oder verschiedenfarbigen Augen (Heterochromie). Die Fellstruktur variiert von wellig bis stark gelockt.
Persönlichkeit: Extrem klug und arbeitswillig
Der Aussiedoodle ist ein echtes Genie auf vier Pfoten, stellt aber auch massive Ansprüche an seinen Halter:
- Arbeitseifer pur: Er möchte geistig und körperlich gefordert werden. Ohne Aufgabe neigt dieser Hund dazu, sich selbst Beschäftigung zu suchen (z. B. Hüten von Joggern, Autos oder Kindern, Krakeeln oder Zerstören von Gegenständen).
- Sehr menschenbezogen & loyal: Er baut eine innige Bindung zu seiner Familie auf und möchte am liebsten immer dabei sein.
- Wachsam & beschützend: Vom Australian Shepherd bringt er einen gewissen Beschützer- und Hütetrieb mit, weshalb eine klare, faire Führung von Welpen an wichtig ist.
Fellpflege und mentale Auslastung (Hundesport)
Auslastung: Lange Spaziergänge reichen dem Aussiedoodle bei Weitem nicht aus. Er blüht bei Hundesportarten wie *Agility, Obedience, Dog Frisbee, Mantrailing oder Hütearbeit* auf. Auch Kopfarbeit (Trickdogging, Suchspiele) ist Pflicht.
Fellpflege: Das lockige bis wellige Fell sollte **3-mal wöchentlich gründlich gebürstet** werden, um Verfilzungen im dichten Unterfell zu verhindern. Alle paar Monate ist zudem eine professionelle Schur ratsam.
Gesundheit, Genetik und Lebenserwartung
Mit einer Lebenserwartung von **12 bis 15 Jahren** ist der Aussiedoodle robust, bedarf aber einer sorgfältigen Züchterwahl. Da sowohl Aussies als auch Pudel genetische Vorbelastungen haben können, müssen Elterntiere zwingend getestet sein auf:
- MDR1-GenDefekt & CEA: Typische Augenerkrankungen und Medikamentenunverträglichkeiten aus der Collie-/Aussie-Linie.
- Gelenke: Hüft- und Ellbogendysplasie (HD/ED) sowie Patellaluxation.
- Achtung bei Merle-x-Merle-Verpaarungen: Seriöse Züchter verpaaren niemals zwei Merle-Hunde miteinander, da dies zu schweren Taubheits- und Blindheitsdefekten bei den Welpen führt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Aussiedoodle
Ist der Aussiedoodle für Anfänger geeignet?
Nein. Aufgrund seines enormen Intelligenzgrads, des Hütetriebs und der hohen Energie ist der Aussiedoodle ein anspruchsvoller Hund, der erfahrene Hände und eine konsequente, positive Führung erfordert. Für reine Hundeanfänger ist er in der Regel nicht zu empfehlen.
Haart der Aussiedoodle stark?
Nein, durch den hohen Pudelanteil haaren die meisten Aussiedoodles deutlich weniger als ein reiner Australian Shepherd, was sie für viele Allergiker attraktiver macht – allerdings fordert dies im Gegenzug mehr Aufwand bei der Fellbürste.
Was kostet ein Aussiedoodle?
Seriöse Züchter, die umfangreiche Gentests (MDR1, PRA, HD etc.) durchführen, verlangen für einen Aussiedoodle-Welpen meist zwischen 1.800 und 3.000 Euro.
Fazit: Ist ein Aussiedoodle der richtige Hund?
Der Aussiedoodle ist ein fantastischer, unermüdlicher Sport- und Partnerhund für aktive Menschen, die Zeit und Lust haben, intensiv mit ihrem Hund zu arbeiten. Wer ihm die nötige körperliche und geistige Auslastung bietet, gewinnt einen loyalen und brillanten Begleiter fürs Leben.



